© Alexander Maier (DAV Passau)

Sentiero della Pace Fleimstaler Alpen

06.06.2025

Von Caldonazzo bis San Martina di Castrozza - DAV Sektion Passau

Zu seinem 150 jährigen Jubiläum beteiligt sich der Deutsche Alpenverein (DAV) Sektion Passau an einem Gemeinschaftsprojekt der Sektionen Schärding(ÖAV), Pfarrkirchen und Lofer. Dieses geht auf eine Initiative Sektion Pfarrkirchen zurück und besteht in der abschnittsweisen Bewältigung des „Sentiero della Pace“(SdP), dem ca.700 Kilometer langen Friedensweg vom Stilfserjoch im Vinschgau bis nach Sexten in den Dolomiten. Dabei führt der Weg nicht nur durch beeindruckende Alpenlandschaften, sondern auf Militärpfaden entlang der Frontlinie des Ersten Weltkriegs, wo 1915 bis 1918 Italien und Österreich-Ungarn einen in der europäischen Geschichte unvergleichbaren Gebirgskrieg austrugen.

Für den ersten Abschnitt bot sich für 6 Bergwanderer der Sektion Passau unter Führung von Axel Maier, Vilshofen das „Lagorei“ (Fleimstaler Alpen) von Vetriolo Terme bis nach San Martino di Castrozza an. Dieses Gebiet zählt zu den unberührtesten Landschaften im Alpenraum mit reicher Fauna und Flora und lässt aufgrund der Höhenlage Anfang Juni schon frühlingshafte Bedingungen erwarten.

Die Gruppe aus Passau wurde bei bestem Wetter von Mitgliedern des Club Alpino Italiano (CAI) Sektion Feltre empfangen, was auf die jahrzehntelange Verbindung des Vilshofeners Jonathan Weigel dorthin gründet. Seine Italienischkenntnisse brachten von Anfang an eine freundschaftliche und vertraute Atmosphäre. Ein Fachvortrag des Italieners Renzo Galeone zu den Kriegsereignissen bildete den Auftakt zu einer unvergesslichen Wanderwoche. Er öffnete die Augen für die in den folgenden Wandertagen zu sehenden Kriegsschauplätze, die unfassbaren Strapazen und die erschütternden Schicksale abertausender junger Männer.

Der Weg führte in 5 Tagen über das Lagorai, das im Gegensatz zu den nördlich und östlich angrenzenden Dolomiten vulkanischen Ursprungs ist. In allen Rifugi (Hütten) wurde die Gruppe als erste dieser Saison herzlich empfangen und bestens versorgt. Die Regenbekleidung konnte in den Rucksäcken bleiben. Der erste schwere Regenguss ereilte die Wanderer beim Abschluß Prosecco mit den Bergfreunden aus Feltre in San Martino di Castrozza unter einem schützenden Dach.

In Dankbarkeit für das grandiose Naturerlebnis und die bereichernden menschlichen Begegnungen gings nach Hause mit der Hoffnung, dass das friedliche und gewaltfreie Zusammenleben der Menschen keine Utopie bleibt. Weitere Gruppen erwandern in den nächsten Monaten und Jahren die gesamte Strecke mit diesem Wunsch.