© Franz Hamedinger (AV Schärding)

Sentiero della Pace Ortler Alpen

06.07.2025

Vom Stilfser Joch bis zum Passo Tonale - ÖAV Sektion Schärding

Datum: 27. Juni-3. Juli 2025

Anreise: Im Einklang mit der Klimaschutzstrategie des Alpenvereins haben wir die An- und Heimreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt. Gestartet sind wir vom Bahnhof Schärding mit dem Zug via Wels, Salzburg und Innsbruck nach Bozen. Von Bozen zum Stilfserjoch sind wir mit einem Shuttlebus gefahren. Für die Rückfahrt wählten wir denselben Weg ab dem Passo Tonale – ebenfalls mit Shuttle und Zug zurück nach Schärding. Die umweltfreundliche Anreise wurde von allen Teilnehmenden als angenehm und stressfrei empfunden.

Details: 4650 Höhenmeter im Aufstieg, 5500 Höhenmeter im Abstieg, 87 Kilometer, 11 TeilnehmerInnen, 5 Etappen

Tourenführer: Franz Hamedinger mit Unterstützung von Roland Schatzberger und Silvo Klaffenböck

Etappe 1:     Stilfser Joch, Monte Scorluzzo, Kriegsdörfer Filone die Mot und Le Buse, Hotel Zebru St. Antonio

Startpunkt war am 28. Juni die Tibet-Hütte am Stilfser Joch mit eindrucksvollem Blick auf den Ortler (3.905 m) – den höchsten Berg Südtirols. Auf steinigen Wegen sowie Blockwerk stiegen wir auf zum Monte Scorluczzo (3095 m). Weiter ging es am Bergrücken, vorbei an Schützengräben, bis zum Kriegsdorf "Filone dei Mot", ein Militärdorf aus dem ersten Weltkrieg auf einer Höhe von 2773 m in herrlicher Panoramalage. Der Abstiegsweg hinunter ins Brauliotal war aufgrund von Murenabgängen teilweise beschädigt und wir mussten entsprechend vorsichtig einige heikle Stellen passieren. Anschließend führte ein schöner Bergpfad zum nächsten historischen Militärdorf "Le Buse" - erneut geprägt von sichtbaren Spuren des Krieges.

Etappe 2:     St. Antonio, via Zebrutal vorbei am Rifugio Campo zum Rifugio Quinto Alpini

Am zweiten Tag unserer Tour folgten wir dem rauschenden Gletscherbach Torrente de Zebrù und tauchten ein in die malerische Landschaft des Zebrutals. Zu Beginn wanderten wir durch blühende Almwiesen, die mit ihrer bunten Blumenvielfalt bezauberten. Nach dem Rifugio Campo veränderte sich das Gelände: Es wurde zunehmend schroffer und wir stiegen in steilen Serpentinen hinauf zum Rifugio Quinto Alpini auf 2.878 m Höhe. Oben angekommen, belohnte uns die Sonnenterrasse des Rifugios mit einem spektakulären Bergpanorama, und wir beobachteten die majestätischen Bartgeier aus nächster Nähe, während sie mit beeindruckender Eleganz durch die Lüfte kreisten.

Etappe 3:     via Passo Zebru vorbei an der Königspitze zum Rifugio Pizzini und weiter zum Rifugio Stella Alpina

Am dritten Tag stiegen wir bei leichtem Regen und eingeschränkter Fernsicht zum Pass Zebru (3001 m) hinauf. Kurz danach öffneten sich die Wolken wie ein Vorhang und gaben uns den Blick frei auf eine fantastische Bergwelt. Die imposant schön geformte Königspitze und der mächtige Monte Cevedale, der höchste Berg Trentinos, mit seinen Gletschern zum Greifen nahe machten diesen Moment unvergesslich.

Etappe 4:     Rifugio Stella Alpina, via Dosso Tresere zum Rifugio Berni am Passo di Gavia

Auf dieser Etappe entfaltet die Natur ihre ganze Schönheit: Wir wanderten durch duftende Zirbenwälder, vorbei am blühenden Almrausch und tosenden Wasserfällen. Wir begegneten Rotwild und Gämsen in ihrer natürlichen Umgebung.

Etappe 5:     Passo Gavia - Boccetta Corno dei Tre Signori - Passo Tonale

Die letzte und fünfte Etappe verlangte von uns nochmals Trittsicherheit und Kondition: Über einen anspruchsvollen, teils gesicherten Bergpfad stiegen wir zur Boccetta Corno dei Tre Signori auf 3098 m hinauf. Der Abstieg führte durch felsiges Gelände, vorbei an kristallklaren Seen und plätschernden Wasserläufen - stets mit Blick auf den imposanten Cima Presanella..
Ursprünglich wollten wir zum Rifugio Bozzi weiter wandern, doch ein Hangrutsch machte den Weg unpassierbar. So kehrten wir um und stiegen ins Tal zum idyllischen Alpendorf Case di Viso ab. Von dort brachte uns ein Taxi zum Endpunkt unserer Tour: dem Passo Tonale.

Statement des Tourenführers:  
"Diese Tour entlang der historischen Frontlinie des Ersten Weltkriegs konfrontierte uns immer wieder mit den tragischen Spuren sinnlosen Leidens. Mögen diese Zeugnisse als Mahnmal für den Frieden dienen. Ich bin dankbar für die gemeinsam verbrachte Bergzeit und erinnere mich gern an die fröhlichen, geselligen Stunden in den Rifugios. Vielleicht setzen wir unsere Reise schon im nächsten Jahr auf dem „Sentiero della Pace“ fort."